Geld verdienen mit dem Verkauf von Büchern über Amazon KDP (Teil 5): Keywords finden mit Tools oder Bauchgefühl?

Nachdem Du in Teil 1 meiner Anleitung für Amazon KDP und Teil 2a oder Teil 2b deine ersten Entscheidungen getroffen hast, hast du dein Buch oder Notizbuch nun fertig: Cover steht, Inhalt steht, Preis steht. Jetzt kommt der Teil, den viele als lästige Pflichtübung behandeln — und der trotzdem darüber entscheidet, ob dein Produkt auf Amazon überhaupt gefunden wird: die Keywords.

Amazon ist keine Suchmaschine im klassischen Sinne, aber es ist die größte Produktsuchmaschine der Welt. Wer hier nicht mit den richtigen Begriffen auftaucht, existiert praktisch nicht — egal wie gut das Produkt ist.
Was Keywords bei KDP bedeuten

Beim Upload kannst du sieben Keyword-Felder ausfüllen, jedes mit bis zu 50 Zeichen. Das klingt wenig, ist aber mehr als genug, wenn du es richtig nutzt. Amazon kombiniert diese Keywords mit deinem Titel, Untertitel und der Kategorie — und entscheidet dann, bei welchen Suchanfragen dein Buch angezeigt wird.

Ein häufiger Fehler: Einzelne Wörter eintragen, die ohnehin schon im Titel stehen. Das verschwendet Platz. Besser sind längere Phrasen — sogenannte Long-tail-Keywords — die eine konkrete Suchabsicht abbilden. Also nicht „Notizbuch“, sondern „Notizbuch für Linkshänder A5 kariert“. Nicht „Ratgeber Ernährung“, sondern „Ernährungsratgeber für Berufstätige ohne Zeit“.

Tool oder Bauchgefühl?
Die ehrliche Antwort: beides hat seinen Platz — aber in unterschiedlichen Phasen. Tools wie Publisher Rocket, Helium 10 oder auch der kostenlose Amazon-Autovervollständigungs-Trick liefern dir echte Suchdaten. Du siehst, wie oft ein Begriff gesucht wird, wie stark die Konkurrenz ist, und welche verwandten Begriffe Leser tatsächlich eintippen. Das ist keine Spekulation — das sind Daten. Wer ohne diese Informationen arbeitet, schießt im Dunkeln.

Das Bauchgefühl kommt danach. Kein Tool der Welt kennt deine Zielgruppe so gut wie du, wenn du wirklich in deiner Nische steckst. Tools zeigen dir das Volumen — aber nicht, ob ein Keyword zur Stimmung deines Buches passt, ob es die richtigen Leser anzieht oder ob es einfach zu generisch ist, um zu konvertieren.

Der kostenlose Einstieg ohne Tool
Wer noch kein Tool kaufen möchte, kann mit einem einfachen Trick starten: Gib deinen Hauptbegriff in die Amazon-Suchleiste ein und schau dir die Autovervollständigung an. Was Amazon vorschlägt, wird tatsächlich gesucht. Notiere die relevantesten Phrasen, kombiniere sie zu längeren Keyword-Strings und fülle damit deine sieben Felder.

Ergänzend hilft ein Blick auf die Keywords der Konkurrenz — nicht direkt sichtbar, aber indirekt lesbar: Schau dir die Titel, Untertitel und Beschreibungen der Bestseller in deiner Nische an. Welche Begriffe tauchen immer wieder auf? Das sind die Keywords, die funktionieren.
Was du vermeiden solltest

Keine irrelevanten Keywords, nur weil sie viel gesucht werden. Amazon bestraft schlechte Conversion-Raten — wenn viele Leute auf dein Buch klicken, aber niemand kauft, wertet der Algorithmus das als negatives Signal. Lieber weniger Sichtbarkeit bei der richtigen Zielgruppe als viel Sichtbarkeit bei der falschen.
Und: Keywords nie wiederholen, die bereits im Titel oder Untertitel stehen. Amazon liest beides — doppelte Begriffe verschwenden nur Platz.

Was deine Keyword-Strategie über dich verrät:
Wer ausschließlich auf Tools setzt, ohne das Ergebnis kritisch zu hinterfragen, produziert oft Bücher, die zwar gefunden werden — aber nicht gekauft. Wer dagegen nur nach Gefühl arbeitet, verschenkt Sichtbarkeit, die er mit wenig Aufwand hätte gewinnen können. Die besten KDP-Verleger kombinieren beides: Datenbasis plus Nischenkenntnis.

Keywords sind kein einmaliger Schritt. Wenn ein Titel nach drei Monaten kaum Verkäufe hat, lohnt es sich, die Keywords zu überarbeiten — manchmal reicht eine einzige veränderte Phrase, um den Unterschied zu machen.


→ Weiter zu Entscheidung 6: Preise — günstig oder premium?



Ich habe übrigens mit Amazon KDP angefangen, um Bücher über und für meine Kinder zu erstellen. Dort baue ich persönliche Erlebnisse und die sprachliche Entwicklung meiner Kinder ein, z.B. beim Plapagei, dem plappernden Papagei – viel Spaß beim Lesen und Erstellen eigener Bücher!

Geld verdienen mit dem Verkauf von Büchern über Amazon KDP (Teil 2b-4b): Für alle, die ein richtiges Buch veröffentlichen wollen

Du hast dich im 1. Teil meiner Anleitung für Amazon KDP entschieden, ein richtiges Buch zu veröffentlichen — einen Ratgeber, ein Sachbuch, ein Workbook mit echtem Inhalt. Das ist der aufwendigere Weg. Aber auch der nachhaltigere.

Jetzt steht die erste wirklich praktische Frage an: Schreibst du selbst, oder lässt du jemanden für dich schreiben? Beides ist möglich, beides ist bei KDP völlig normal — und beides hat seine eigene Logik, die nicht für jeden gleich funktioniert.

In diesem Abschnitt geht es nicht darum, dir eine Antwort vorzuschreiben. Es geht darum, dass du verstehst, worauf du dich mit jeder Option einlässt — damit du die Entscheidung triffst, die zu deiner Situation passt, und nicht die, die sich auf dem Papier am einfachsten anhört:


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Entscheidung 2b: Selbst schreiben oder Ghostwriter?

Du willst ein Sachbuch oder einen Ratgeber veröffentlichen. Die Idee steht, die Nische klingt vielversprechend — und jetzt taucht früher oder später diese Frage auf: Muss ich das eigentlich selbst schreiben?

Die kurze Antwort: Nein, musst du nicht. Ghostwriting ist bei KDP weit verbreitet, völlig legal und für viele Verleger ein ganz normaler Teil des Geschäftsmodells. Aber wie bei fast allem bei KDP steckt der Teufel im Detail.

Selbst schreiben bedeutet: Du bringst dein eigenes Wissen, deine eigene Stimme, deine eigene Perspektive mit. Das klingt aufwendiger — und das ist es auch. Aber es hat einen entscheidenden Vorteil: Authentizität ist schwer zu kopieren. Ein Buch, das wirklich aus Erfahrung geschrieben ist, hat eine andere Qualität als eines, das aus Recherche zusammengesetzt wurde. Leser merken das. Und Algorithmen auch — zumindest indirekt, über Bewertungen und Rückgabequoten.

Ghostwriter beauftragen bedeutet: Du gibst Thema, Struktur und Zielgruppe vor — jemand anderes schreibt. Klingt effizient. Kann es auch sein. Aber hier lauern zwei Fallen, in die erstaunlich viele tappen.

Die erste: billiger Ghostwriter, schlechtes Ergebnis. Auf Plattformen wie Fiverr gibt es Angebote ab 50 € für ein komplettes Buch. Was du dafür bekommst, ist meistens dünn recherchierter, generischer Text, der sich liest wie — nun ja — wie etwas, das für 50 € geschrieben wurde. Schlechte Bücher bekommen schlechte Bewertungen. Schlechte Bewertungen vergraben dein Buch im Algorithmus.

Die zweite Falle: Du weißt selbst nicht genau, was du willst. Ein Ghostwriter kann nur so gut sein wie dein Briefing. Wer keinen klaren Zielleser, keine klare Botschaft und keine grobe Struktur mitbringt, bekommt ein Buch zurück, das niemanden wirklich anspricht.

Was deine Wahl über dich verrät:
Wer sofort nach einem Ghostwriter sucht, denkt oft in Systemen — und das ist grundsätzlich kein schlechter Instinkt. Aber das Modell funktioniert erst, wenn du verstehst, was ein gutes Buch in deiner Nische ausmacht. Wer das noch nicht weiß, sollte das erste Buch selbst schreiben — nicht weil es einfacher ist, sondern weil es dich zwingt, deine Nische wirklich zu verstehen.
Wer lieber selbst schreibt, kämpft dagegen oft mit dem Perfektionismus. Das Buch wird nie „fertig“ genug sein. Es gibt immer noch ein Kapitel, das überarbeitet werden könnte. Der häufigste Fehler hier ist nicht schlechtes Schreiben — es ist gar nicht veröffentlichen.

Ein Kompromiss, der oft gut funktioniert: das erste Buch selbst schreiben, dabei ein Gefühl für die Nische und die Leser entwickeln — und dann für spätere Bücher mit einem Ghostwriter arbeiten, dem du inzwischen klar sagen kannst, was du willst.


→ Du schreibst selbst und fragst dich, wie du anfängst? Weiter zu Entscheidung 3b: Struktur zuerst oder einfach drauflosschreiben?
→ Du willst mit einem Ghostwriter arbeiten? Weiter zu Entscheidung 4b: Wo finde ich jemanden — und was sollte er kosten?



Entscheidung 3b: Struktur zuerst oder drauflosschreiben?

Du hast entschieden, dein Buch selbst zu schreiben. Jetzt steht die erste wirklich praktische Hürde an — nicht das Schreiben selbst, sondern die Frage davor: Wie fängst du überhaupt an?
Es gibt grob zwei Lager. Die einen sagen: Erst eine saubere Struktur, dann schreiben. Die anderen sagen: Einfach anfangen, der Rest ergibt sich. Beide Ansätze funktionieren — aber nicht für jeden gleich gut, und nicht für jedes Buchprojekt gleich gut.

Struktur zuerst bedeutet: Du weißt, bevor du die erste Seite schreibst, was in jedem Kapitel steht. Du hast eine Gliederung, vielleicht sogar eine Stichpunktliste pro Abschnitt. Das klingt aufwendig — und ist es am Anfang auch. Aber es hat einen entscheidenden Vorteil: Du verlierst dich nicht. Wer ohne Struktur schreibt, merkt oft nach zwanzig Seiten, dass das Buch in eine Richtung driftet, die nicht mehr zur ursprünglichen Idee passt. Das kostet Zeit und Motivation.

Gerade für Sachbücher und Ratgeber ist eine klare Struktur fast immer die bessere Wahl. Der Leser kauft das Buch wegen eines konkreten Problems. Er will eine klare Antwort, einen nachvollziehbaren Weg. Ein Buch, das mäandert, bekommt schlechte Bewertungen — egal wie gut einzelne Passagen geschrieben sind.

Drauflosschreiben funktioniert besser, als die meisten Strukturfanatiker zugeben würden — aber nur unter einer Bedingung: Du kennst dein Thema so gut, dass die Struktur sich beim Schreiben von selbst ergibt. Wer tief in einer Materie steckt und einfach aufschreibt, was er weiß, kommt oft zu einem Rohmanuskript, das sich im Nachhinein gut strukturieren lässt. Die Struktur entsteht dann nicht vor dem Schreiben, sondern beim Überarbeiten.
Das Problem: Die meisten Einsteiger überschätzen, wie gut sie ihr Thema kennen. Was sich im Kopf vollständig anfühlt, hat auf dem Papier plötzlich Lücken. Wer drauflosschreibt und dabei merkt, dass er nach zehn Seiten nicht mehr weiß, was als nächstes kommt, hat kein Schreibproblem — er hat ein Strukturproblem.

Was deine Wahl über dich verrät:
Wer unbedingt eine fertige Struktur braucht, bevor er anfängt, läuft Gefahr, das Strukturieren als Ersatz fürs Schreiben zu benutzen. Eine perfekte Gliederung, die nie zu einem fertigen Buch wird, ist nichts wert. Irgendwann muss man einfach anfangen.

Wer dagegen sofort drauflosschreibt, unterschätzt oft, wie viel Zeit das spätere Umstrukturieren kostet. Ein chaotisches Rohmanuskript zu einem kohärenten Buch zu formen ist mühsamer als eine solide Gliederung von Anfang an.

Der pragmatische Mittelweg, der für die meisten funktioniert: eine grobe Struktur — fünf bis acht Kapitel mit je drei bis fünf Stichpunkten — und dann schreiben, ohne sich sklavisch daran zu halten. Die Struktur ist ein Kompass, kein Vertrag.


→ Du arbeitest mit einem Ghostwriter? Weiter zu Entscheidung 4b: Wo finde ich jemanden — und was sollte er kosten?
→ Du schreibst selbst und die Struktur steht? Weiter zu Entscheidung 5: Keywords — Tool oder Bauchgefühl?



Entscheidung 4b: Ghostwriter — wo finden, und was darf er kosten?

Du hast dich entschieden, mit einem Ghostwriter zu arbeiten. Gut — das ist eine legitime, weit verbreitete Strategie bei KDP. Jetzt kommt der Teil, bei dem die meisten entweder zu viel oder zu wenig ausgeben, weil sie nicht wissen, was sie eigentlich suchen.

Wo findest du einen Ghostwriter?
Die bekannteste Anlaufstelle ist Fiverr. Der Vorteil: große Auswahl, schnelle Verfügbarkeit, niedrige Einstiegspreise. Der Nachteil: große Qualitätsschwankungen. Auf Fiverr gibt es sowohl solide Autoren, die ihr Handwerk verstehen, als auch Anbieter, die Texte mit KI generieren und leicht überarbeitet verkaufen. Beides existiert auf derselben Plattform, oft zum ähnlichen Preis.
Bessere Ergebnisse bekommst du häufig auf spezialisierten Plattformen wie Reedsy, wo Autoren und Lektoren mit nachgewiesenem Hintergrund gelistet sind — allerdings zu deutlich höheren Preisen. Oder du suchst gezielt in Facebook-Gruppen und Foren rund um Self-Publishing, wo erfahrene KDP-Verleger Empfehlungen teilen.

Eine oft übersehene Option: deutschsprachige Texter-Plattformen wie Textbroker oder Campusjäger, wenn dein Buch auf Deutsch erscheinen soll. Dort findest du Autoren, die mit dem deutschen Markt vertraut sind — ein Vorteil, den internationale Fiverr-Anbieter oft nicht mitbringen.

Was darf ein Ghostwriter kosten?
Das kommt auf den Umfang an — aber hier ist eine grobe Orientierung:
Ein einfaches Sachbuch mit 10.000 bis 15.000 Wörtern kostet bei einem soliden Ghostwriter zwischen 300 und 800 Euro. Darunter solltest du skeptisch sein. Nicht weil gute Arbeit immer teuer sein muss, sondern weil ein Preis unter 200 Euro für ein vollständiges Buch fast nie mit echter Qualität vereinbar ist. Irgendjemand bezahlt den Unterschied — meistens du, mit Zeit und Nerven, wenn du das Ergebnis überarbeiten musst.

Für Premium-Qualität — ein Buch, das wirklich gut geschrieben ist, recherchiert, mit eigenem Tonfall — bewegst du dich schnell im vierstelligen Bereich. Das rechnet sich nur, wenn du weißt, dass das Buch sich langfristig gut verkaufen wird.

Was du immer liefern musst: ein gutes Briefing
Das wird am häufigsten unterschätzt. Ein Ghostwriter ist kein Ideengeber — er ist ein Handwerker, der aus deinen Vorgaben ein Buch macht. Wer nur schreibt „Ich brauche ein Buch über gesunde Ernährung für Berufstätige“, bekommt etwas Generisches zurück.

Ein gutes Briefing enthält: die genaue Zielgruppe, das konkrete Problem, das das Buch löst, eine grobe Kapitelstruktur, zwei bis drei Beispielbücher als Orientierung für Ton und Tiefe, und — falls vorhanden — eigene Erfahrungen oder Perspektiven, die ins Buch einfließen sollen. Je mehr du mitgibst, desto mehr bekommst du zurück.

Was deine Wahl über dich verrät:
Wer einen Ghostwriter sucht, um sich das Nachdenken zu sparen, wird enttäuscht sein. Ein Ghostwriter nimmt dir das Schreiben ab — nicht das Denken. Wer nicht weiß, was sein Buch aussagen soll, kann das auch nicht an jemand anderen delegieren.

Wer dagegen klare Vorstellungen hat, sein Thema kennt und ein solides Briefing liefern kann, kann mit einem guten Ghostwriter in kurzer Zeit ein Buch produzieren, das sich von generischen KDP-Titeln deutlich abhebt.

Ein letzter praktischer Tipp: Lass dir vor der Beauftragung immer eine Probeseite schreiben — die meisten seriösen Ghostwriter bieten das an, manchmal kostenlos, manchmal gegen eine kleine Gebühr. Eine Probeseite sagt mehr über die Qualität als jede Bewertung auf einer Plattform.


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Ich habe übrigens mit Amazon KDP angefangen, um Bücher über und für meine Kinder zu erstellen. Dort baue ich persönliche Erlebnisse und die sprachliche Entwicklung meiner Kinder ein, z.B. beim Plapagei, dem plappernden Papagei – viel Spaß beim Lesen und Erstellen eigener Bücher!

Geld verdienen mit dem Verkauf von Büchern über Amazon KDP (Teil 1)

Hervorgehoben

Als Blogger stößt man früher oder später an einen Punkt, an dem man sich fragt, ob man seine Inhalte nicht auch auf anderen Wegen monetarisieren kann und landet dabei irgendwann bei Amazon KDP. Mit dieser Artikel-Serie helfe ich dir durch den Dschungel und zeige dir anhand konkreter Fragen, wie du für dich den besten Weg auf Amazon KDP findest.

Inhalt von diesem Artikel (Artikel 1):

Für Low-Content-Einsteiger (Artikel 2a):

Für Buch-selbst-Schreiber (Artikel 2b):

Für alle (Artikel 5-7):


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Was KDP ist — und warum die meisten Artikel darüber nicht ehrlich sind


KDP steht für Kindle Direct Publishing — Amazons Plattform für Selbstverleger. Das Prinzip ist einfach: Du lädst ein Buch hoch, legst Preis und Kategorie fest, und Amazon übernimmt den Rest. Druck, Versand, Abwicklung — alles läuft über Amazon. Du bekommst eine Provision pro verkauftem Exemplar, ohne Lagerkosten, ohne Mindestauflage, ohne Verlag. Veröffentlicht werden kann sowohl als E-Book für den Kindle als auch als gedrucktes Buch on demand, also erst dann, wenn jemand tatsächlich bestellt.

Wenn du nach „Geld verdienen mit Amazon KDP“ suchst, bekommst du innerhalb von Sekunden Dutzende Artikel, die dir dasselbe versprechen: passives Einkommen, kaum Aufwand, ein paar Stunden Arbeit — und dann sprudelt das Geld. Manche zeigen Screenshots von monatlichen Auszahlungen. Andere versprechen dir, dass du in 30 Tagen dein erstes Buch veröffentlicht haben kannst, ohne irgendetwas zu wissen. Das stimmt alles irgendwie. Und es ist trotzdem nicht die ganze Wahrheit.

Dieser Artikel funktioniert anders. Kein Versprechen, kein Motivationsschub, keine Liste mit zehn einfachen Schritten. Stattdessen eine ehrliche Frage: Passt KDP überhaupt zu dir — und wenn ja, welcher Weg ist deiner?

Denn das ist das Problem mit den meisten Ratgebern zu diesem Thema: Sie tun so, als gäbe es einen einzigen Weg. Dabei ist Amazon KDP eigentlich eine Plattform, auf der völlig unterschiedliche Geschäftsmodelle nebeneinander existieren. Jemand, der hundert Notizbücher mit leeren Seiten veröffentlicht, macht etwas grundlegend anderes als jemand, der einen Ratgeber über Steueroptimierung für Freelancer schreibt. Beide nutzen dieselbe Plattform. Aber ihre Herangehensweise, ihr Zeitaufwand, ihre Erfolgschancen — alles davon unterscheidet sich erheblich.

Genau deshalb ist dieser Artikel als Entscheidungsbaum aufgebaut. Du wirst an mehreren Stellen gefragt, was zu dir passt. Und zu jeder Antwort gibt es eine ehrliche Einschätzung dessen, worauf du dich damit einlässt — nicht um dich zu entmutigen, sondern damit du mit offenen Augen startest.

Eine Sache noch vorab: KDP ist kein Schnellschuss. Wer das erwartet, wird enttäuscht sein. Es ist aber auch kein Mythos. Es ist ein Werkzeug — und wie jedes Werkzeug funktioniert es nur dann, wenn man versteht, wofür es gebaut wurde.

Fangen wir an.

Entscheidung 1: Low-Content oder richtiges Buch?


Du öffnest KDP zum ersten Mal und stößt ziemlich schnell auf zwei völlig verschiedene Welten. In der einen verkauft jemand ein Notizbuch — 120 leere Seiten, Karopapier, ein Cover aus Canva — und verdient damit angeblich 800 € im Monat. In der anderen hat jemand ein 200-seitiges Sachbuch über Steuern für Freelancer geschrieben und generiert damit seit drei Jahren konstante Einnahmen. Beides stimmt. Beides ist KDP. Aber beides funktioniert nach völlig anderen Regeln.

Low-Content — also Notizbücher, Tagebücher, Planners, Logbücher — hat wenig mit Schreiben zu tun. Es ist eher Produktmanagement: Du konkurrierst nicht mit Ideen, sondern mit Cover-Design, Keywords und Menge. Wer hier erfolgreich ist, veröffentlicht nicht drei Bücher, sondern dreißig oder dreihundert. Die Einstiegshürde ist niedrig — aber die Konkurrenz schläft nicht. Ein Notizbuch mit einem niedlichen Hunde-Cover hat innerhalb weniger Monate zehn Kopien auf dem Markt.

Sachbücher und Ratgeber brauchen mehr Zeit und mehr Aufwand — aber sie haben eine ganz andere Halbwertszeit. Ein gut geschriebenes Buch in einer stabilen Nische kann fünf Jahre lang verkaufen, ohne dass du viel daran ändern musst. Der Aufbau dauert länger, aber das Fundament ist solider.

Was deine Wahl über dich verrät:
Wer sich sofort für Low-Content interessiert, erhofft sich oft einen schnellen Einstieg — und das ist völlig verständlich. Aber das Modell funktioniert am besten, wenn du es wie ein kleines Produktgeschäft betreibst: systematisch, in Volumen, mit Geduld. Wer damit in erster Linie „schnelles passives Einkommen“ verbindet, ist nach ein paar Monaten oft enttäuscht.

Wer lieber ein richtiges Buch schreiben möchte, unterschätzt dagegen meistens den Marketing-Teil. Das Schreiben ist der angenehmste Teil des Prozesses. Danach kommt die eigentliche Herausforderung: dafür sorgen, dass das Buch überhaupt gefunden wird.

Mein Rat: Such dir eine der beiden Richtungen aus und gib ihr wirklich eine Chance. Wer versucht, beides gleichzeitig zu machen, verzettelt sich meistens — und keine der beiden Seiten bekommt dann die Aufmerksamkeit, die sie braucht.
→ Du tendierst zu Low-Content? Weiter zu Entscheidung 2a: Nische oder Breite?
→ Du willst lieber ein richtiges Buch schreiben? Weiter zu Entscheidung 2b: Selbst schreiben oder Ghostwriter?

Ich habe übrigens mit Amazon KDP angefangen, um Bücher über und für meine Kinder zu erstellen. Dort baue ich persönliche Erlebnisse und die sprachliche Entwicklung meiner Kinder ein, z.B. beim Plapagei, dem plappernden Papagei – viel Spaß beim Lesen und Erstellen eigener Bücher!