Geld verdienen mit dem Verkauf von Büchern über Amazon KDP (Teil 2a-3a): Nische oder Breite für Low-Content-Einsteiger?

In der ersten Entscheidung hast du dich für Low-Content entschieden — Notizbücher, Planners, Logbücher, Tagebücher. Gut. Jetzt geht es darum, wo du anfängst.

Wer zum ersten Mal auf Amazon nach Notizbüchern sucht, sieht eine schier endlose Auswahl. Hunderttausende Produkte, viele davon austauschbar, viele davon billig. Der erste Impuls ist meistens: Ich mache etwas Allgemeines, das kann ja jeder kaufen. Genau dieser Impuls kostet viele Einsteiger ihre ersten Monate.

In diesem Abschnitt schauen wir uns an, warum enge Nischen fast immer besser funktionieren als breite — und wie du herausfindest, ob eine Nische groß genug ist, um sich zu lohnen:


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Entscheidung 2a: Nische oder Breite?

Du hast dich für Low-Content entschieden. Gut. Jetzt kommt die Frage, an der die meisten Anfänger ihre ersten Wochen verlieren: Womit fange ich an? Die naheliegende Antwort klingt so: „Ich mache erstmal etwas Allgemeines — ein normales Notizbuch, vielleicht mit einem schönen Cover. Das kann ja jeder kaufen.“ Klingt vernünftig. Ist aber fast immer ein Fehler.

Breite Produkte — klassische Notizbücher, blanko Tagebücher, generische Planners — existieren auf Amazon bereits zu Zehntausenden. Du konkurrierst dort nicht nur mit anderen KDP-Selbstverlegern, sondern auch mit etablierten Marken, professionellen Designstudios und Anbietern, die seit Jahren Bewertungen sammeln. Als Neuling ohne Reviews und ohne Marketingbudget bist du dort schlicht unsichtbar.

Enge Nischen funktionieren anders. Ein Trainingstagebuch speziell für Marathonläuferinnen über 40. Ein Logbuch für Aquariumbesitzer. Ein Wochenplanner für selbstständige Übersetzer. Das klingt absurd klein — und genau das ist der Punkt. Wer so etwas sucht, findet kaum Alternativen. Und wer es findet, kauft es, weil es sich anfühlt, als wäre es genau für ihn gemacht worden.

Was deine Wahl über dich verrät:
Wer mit breiten Produkten anfängt, denkt meistens in Reichweite: „Je mehr Menschen das kaufen könnten, desto besser.“ Das ist ein Instinkt, der in vielen Bereichen stimmt — bei KDP Low-Content dreht er sich aber um. Hier gilt: Je spezifischer dein Produkt, desto weniger Konkurrenz, desto leichter gefunden werden.

Wer dagegen direkt in eine enge Nische geht, hat oft Angst, dass der Markt „zu klein“ ist. Diese Angst ist verständlich, aber selten berechtigt. Eine Nische muss nicht groß sein — sie muss nur groß genug sein. Und das lässt sich vor dem ersten Upload tatsächlich prüfen.

Wie das geht? Schau dir auf Amazon an, wie die Bestseller-Ränge (BSR) in deiner Zielkategorie aussehen. Ein Buch mit einem BSR unter 100.000 verkauft sich im Schnitt mehrmals pro Woche — das reicht als Orientierung. Gibt es in einer Nische drei bis fünf solcher Bücher, ist Nachfrage vorhanden. Gibt es dort kaum Konkurrenz mit guten Covers und echten Reviews — umso besser.

Der häufigste Fehler ist übrigens nicht die falsche Nische. Es ist, sich wochenlang nicht entscheiden zu können und am Ende gar nichts zu veröffentlichen.


→ Du weißt, welche Nische dich interessiert? Weiter zu Entscheidung 3a: Cover selbst gestalten oder outsourcen?
→ Du bist noch auf der Suche? Weiter zu Entscheidung 2a1: Wie finde ich meine erste Nische?



Entscheidung 2a.1: Wie finde ich meine Nische?

Du weißt jetzt, dass enge Nischen bei Low-Content fast immer besser funktionieren als breite. Die nächste Frage ist die praktische: Wie findest du eine Nische, die tatsächlich funktioniert — und nicht nur auf dem Papier gut klingt?

Es gibt dafür keine Geheimformel. Aber es gibt eine Methode, die zuverlässig funktioniert und die du ohne teure Tools anwenden kannst.

Schritt 1: Amazon als Recherche-Instrument nutzen
Der einfachste Ausgangspunkt ist Amazon selbst. Geh in die Kategorie „Notizbücher & Schreibblöcke“ und schau dir an, was sich gut verkauft. Der entscheidende Indikator ist der Bestseller-Rang, kurz BSR — eine Zahl, die Amazon jedem Produkt zuweist und die anzeigt, wie gut es sich im Vergleich zu anderen Produkten in derselben Kategorie verkauft. Je kleiner die Zahl, desto besser die Verkäufe.

Als Faustregel gilt: Ein BSR unter 100.000 in der Hauptkategorie bedeutet, dass sich das Produkt mehrmals pro Woche verkauft. Das reicht als erstes Signal, dass Nachfrage vorhanden ist. Ein BSR über 500.000 bedeutet, dass das Produkt kaum jemand kauft — egal wie gut das Cover ist.

Schritt 2: Konkurrenz einschätzen
Nachfrage allein reicht nicht. Du willst eine Nische, in der Nachfrage vorhanden ist, aber die Konkurrenz überschaubar bleibt. Das bedeutet konkret: Suche nach deiner potenziellen Nische auf Amazon und schau dir die ersten zehn bis zwanzig Ergebnisse an. Wie viele Bewertungen haben die Bestseller? Wie sehen die Cover aus?

Wenn die ersten Ergebnisse hunderte von Bewertungen haben und professionell gestaltet sind, ist die Nische hart umkämpft. Das bedeutet nicht, dass du dort keine Chance hast — aber als Einsteiger ist es klüger, Nischen zu suchen, in denen die Bestseller noch wenige Bewertungen haben und die Cover erkennbar selbstgemacht wirken. Das sind die Lücken, die sich lohnen.

Schritt 3: Von breiten Themen zu konkreten Zielgruppen denken
Die meisten Einsteiger denken in Themen: Hunde, Fitness, Kochen. Das ist zu weit. Besser ist es, in Zielgruppen zu denken — also nicht „Fitness-Notizbuch“, sondern „Trainingstagebuch für Frauen, die mit dem Krafttraining anfangen“. Nicht „Kochnotizbuch“, sondern „Rezeptbuch zum Selbstausfüllen für Menschen mit Laktoseintoleranz“.

Diese Verschiebung klingt klein, macht aber einen großen Unterschied. Wer sich angesprochen fühlt, kauft. Wer ein generisches Produkt sieht, scrollt weiter.

Eine einfache Methode, um von breiten Themen zu konkreten Zielgruppen zu kommen: Schreib ein breites Thema auf und frag dich dann dreimal „Für wen genau?“ Fitness → für wen genau? → für Frauen über 50 → für wen genau? → für Frauen über 50, die nach einer Verletzung wieder aktiv werden wollen. Das ist eine Nische.

Schritt 4: Validieren, bevor du produzierst
Bevor du Zeit und Geld in ein Cover investierst, validiere deine Nische kurz. Das bedeutet: Gibt es auf Amazon bereits zwei bis fünf Produkte in dieser Nische, die sich gut verkaufen — also BSR unter 100.000 — aber noch wenige Bewertungen haben? Dann ist die Nische real, die Nachfrage vorhanden, und die Konkurrenz noch dünn genug.

Gibt es dagegen gar keine Produkte in dieser Nische, ist das kein gutes Zeichen. Es bedeutet meistens nicht, dass du eine unentdeckte Goldader gefunden hast — es bedeutet, dass die Nachfrage schlicht nicht vorhanden ist.

Was deine Recherche über dich verrät:
Wer stundenlang nach der perfekten Nische sucht und sich nicht entscheiden kann, leidet meistens an einer Variante von Perfektionismus. Die Nische muss nicht perfekt sein — sie muss gut genug sein, um loszulegen. Die meisten erfolgreichen KDP-Verleger haben ihre beste Nische nicht beim ersten Versuch gefunden, sondern durch das, was sie beim ersten Versuch gelernt haben.

Kurz gesagt: Eine solide Nische, die du heute umsetzt, ist besser als die perfekte Nische, auf die du noch drei Wochen wartest.


→ Weiter zu Entscheidung 3a: Cover — selbst gestalten oder outsourcen?



Entscheidung 3a: Cover selbst gestalten oder outsourcen?

Du hast dich für Low-Content entschieden, deine Nische gefunden — und stehst jetzt vor der Frage, die viele unterschätzen: Wer macht das Cover?

Die kurze Antwort: Das Cover ist bei Low-Content-Büchern das Produkt. Nicht der Inhalt, nicht die Beschreibung, nicht die Keywords allein. Wer auf Amazon nach einem Notizbuch sucht, sieht zuerst ein Bild. Kaufentscheidungen fallen in Sekunden, oft ohne dass jemand auch nur die Produktbeschreibung liest. Das Cover muss also nicht nur gut aussehen — es muss in einer Thumbnailgröße von etwa 80 mal 110 Pixeln sofort funktionieren.

Selbst gestalten ist grundsätzlich möglich, und viele erfolgreiche KDP-Verleger machen genau das. Tools wie Canva oder der integrierte KDP Cover Creator sind niedrigschwellig, kostenlos und für einfache Designs völlig ausreichend. Der Haken: „niedrigschwellig“ bedeutet auch, dass deine Konkurrenz dieselben Tools benutzt. Ein Cover, das nach Canva-Vorlage aussieht, sieht nach tausend anderen Covers aus.

Wer selbst gestaltet und dabei erfolgreich sein will, braucht ein Gespür dafür, was in der jeweiligen Nische funktioniert. Das heißt: Bestseller in der eigenen Kategorie analysieren, Schriftarten und Farbpaletten verstehen, und — das wird gerne vergessen — das Cover als druckbares Produkt denken, nicht nur als Bildschirmbild. Ränder, Auflösung, Farbmodus: Das sind technische Details, die bei Selbstgemachtem oft zu Problemen führen.

Outsourcen klingt nach Mehraufwand und Kosten — ist aber oft die klügere Entscheidung, besonders wenn du planst, viele Titel zu veröffentlichen. Auf Plattformen wie Fiverr oder 99designs gibt es spezialisierte KDP-Cover-Designer ab etwa 15 bis 30 Euro pro Cover. Für diesen Preis bekommst du in der Regel ein solides, nischengerechtes Design, das sich von der Masse abhebt.

Wichtig dabei: Gib dem Designer nicht einfach das Thema, sondern ein konkretes Briefing. Welche Farben dominieren in deiner Nische? Welche Covers verkaufen sich gut — und warum? Je klarer deine Vorgaben, desto besser das Ergebnis. Wer einfach schreibt „Mach mir ein Cover für ein Hundenotizbuch“, bekommt etwas Generisches zurück.

Was deine Wahl über dich verrät:
Wer alles selbst gestalten möchte, unterschätzt meistens den Zeitaufwand. Ein Cover zu bauen ist schnell — aber ein Cover zu bauen, das wirklich funktioniert, dauert länger als gedacht, vor allem am Anfang. Wenn du planst, zwanzig oder dreißig Titel zu veröffentlichen, multipliziert sich dieser Aufwand erheblich.

Wer dagegen direkt outsourcen will, sollte trotzdem verstehen, was ein gutes Cover ausmacht. Nicht um es selbst zu bauen, sondern um die Qualität beurteilen zu können. Wer das nicht kann, nimmt blind, was der Designer liefert — und merkt erst nach dem Launch, dass das Cover in der Nische nicht funktioniert.

Ein Mittelweg, der sich bewährt hat: Das erste Cover selbst bauen, um ein Gefühl für die Nische zu entwickeln. Dann ab dem zweiten oder dritten Titel mit einem festen Designer arbeiten, dem man inzwischen klar sagen kann, was man will — und was nicht.


→ Weiter zu Entscheidung 5: Keywords — Tool oder Bauchgefühl?



Ich habe übrigens mit Amazon KDP angefangen, um Bücher über und für meine Kinder zu erstellen. Dort baue ich persönliche Erlebnisse und die sprachliche Entwicklung meiner Kinder ein, z.B. beim Plapagei, dem plappernden Papagei – viel Spaß beim Lesen und Erstellen eigener Bücher!