Nachdem Du in Teil 1 meiner Anleitung für Amazon KDP und Teil 2a oder Teil 2b deine ersten Entscheidungen getroffen hast, hast du dein Buch oder Notizbuch nun fertig: Cover steht, Inhalt steht, Preis steht. Jetzt kommt der Teil, den viele als lästige Pflichtübung behandeln — und der trotzdem darüber entscheidet, ob dein Produkt auf Amazon überhaupt gefunden wird: die Keywords.
Amazon ist keine Suchmaschine im klassischen Sinne, aber es ist die größte Produktsuchmaschine der Welt. Wer hier nicht mit den richtigen Begriffen auftaucht, existiert praktisch nicht — egal wie gut das Produkt ist.
Was Keywords bei KDP bedeuten
Beim Upload kannst du sieben Keyword-Felder ausfüllen, jedes mit bis zu 50 Zeichen. Das klingt wenig, ist aber mehr als genug, wenn du es richtig nutzt. Amazon kombiniert diese Keywords mit deinem Titel, Untertitel und der Kategorie — und entscheidet dann, bei welchen Suchanfragen dein Buch angezeigt wird.
Ein häufiger Fehler: Einzelne Wörter eintragen, die ohnehin schon im Titel stehen. Das verschwendet Platz. Besser sind längere Phrasen — sogenannte Long-tail-Keywords — die eine konkrete Suchabsicht abbilden. Also nicht „Notizbuch“, sondern „Notizbuch für Linkshänder A5 kariert“. Nicht „Ratgeber Ernährung“, sondern „Ernährungsratgeber für Berufstätige ohne Zeit“.
Tool oder Bauchgefühl?
Die ehrliche Antwort: beides hat seinen Platz — aber in unterschiedlichen Phasen. Tools wie Publisher Rocket, Helium 10 oder auch der kostenlose Amazon-Autovervollständigungs-Trick liefern dir echte Suchdaten. Du siehst, wie oft ein Begriff gesucht wird, wie stark die Konkurrenz ist, und welche verwandten Begriffe Leser tatsächlich eintippen. Das ist keine Spekulation — das sind Daten. Wer ohne diese Informationen arbeitet, schießt im Dunkeln.
Das Bauchgefühl kommt danach. Kein Tool der Welt kennt deine Zielgruppe so gut wie du, wenn du wirklich in deiner Nische steckst. Tools zeigen dir das Volumen — aber nicht, ob ein Keyword zur Stimmung deines Buches passt, ob es die richtigen Leser anzieht oder ob es einfach zu generisch ist, um zu konvertieren.
Der kostenlose Einstieg ohne Tool
Wer noch kein Tool kaufen möchte, kann mit einem einfachen Trick starten: Gib deinen Hauptbegriff in die Amazon-Suchleiste ein und schau dir die Autovervollständigung an. Was Amazon vorschlägt, wird tatsächlich gesucht. Notiere die relevantesten Phrasen, kombiniere sie zu längeren Keyword-Strings und fülle damit deine sieben Felder.
Ergänzend hilft ein Blick auf die Keywords der Konkurrenz — nicht direkt sichtbar, aber indirekt lesbar: Schau dir die Titel, Untertitel und Beschreibungen der Bestseller in deiner Nische an. Welche Begriffe tauchen immer wieder auf? Das sind die Keywords, die funktionieren.
Was du vermeiden solltest
Keine irrelevanten Keywords, nur weil sie viel gesucht werden. Amazon bestraft schlechte Conversion-Raten — wenn viele Leute auf dein Buch klicken, aber niemand kauft, wertet der Algorithmus das als negatives Signal. Lieber weniger Sichtbarkeit bei der richtigen Zielgruppe als viel Sichtbarkeit bei der falschen.
Und: Keywords nie wiederholen, die bereits im Titel oder Untertitel stehen. Amazon liest beides — doppelte Begriffe verschwenden nur Platz.
Was deine Keyword-Strategie über dich verrät:
Wer ausschließlich auf Tools setzt, ohne das Ergebnis kritisch zu hinterfragen, produziert oft Bücher, die zwar gefunden werden — aber nicht gekauft. Wer dagegen nur nach Gefühl arbeitet, verschenkt Sichtbarkeit, die er mit wenig Aufwand hätte gewinnen können. Die besten KDP-Verleger kombinieren beides: Datenbasis plus Nischenkenntnis.
Keywords sind kein einmaliger Schritt. Wenn ein Titel nach drei Monaten kaum Verkäufe hat, lohnt es sich, die Keywords zu überarbeiten — manchmal reicht eine einzige veränderte Phrase, um den Unterschied zu machen.
→ Weiter zu Entscheidung 6: Preise — günstig oder premium?
Ich habe übrigens mit Amazon KDP angefangen, um Bücher über und für meine Kinder zu erstellen. Dort baue ich persönliche Erlebnisse und die sprachliche Entwicklung meiner Kinder ein, z.B. beim Plapagei, dem plappernden Papagei – viel Spaß beim Lesen und Erstellen eigener Bücher!